Requiem für eine Möwe

Tote Möwen riechen nicht gut. Die Erfahrung musste Patient F. recht drastisch machen. Zwei Tage lang roch es in den beiden nebeneinander gelegenen Aufzügen ganz fürchterlich. Mutete man anfangs noch, dass es sich um das Ergebnis der ballaststoffreichen Ernährung der Kurküche handelt, so stellte sich der Grund als weit dramatischer heraus. Eine Möwe hatte sich das Dach einer Aufzugskabine als idealer Ort zum Sterben ausgesucht. Kurz danach begann der Prozess des ewigen Vergehens mit entsprechenden olfaktorischen Konsequenzen. Zum Glück ist das Problem mittlerweile beseitigt und die gegenseitige Verdachtswelle der Liftbenutzer hat ein Ende gefunden.
Apropos Möwen. Die sind hier allgegenwärtig. Und wahre Monsterviecher. Tag und Nacht kreisen sie über die Landschaft und machen dabei infernalischen Lärm. Denn die eleganten Tiere sind nicht nur intelligent, sondern auch ständig im Streit untereinander. Menschen sollten sich am Strand in acht nehmen, wenn sie Essbares in Händen halten. Im Tiefflug stürzen sich die Möwen auf ihr Opfer und entreißen Dampfbratwurst wie Fischbrötchen.
Patient F. hat ja das Glück, einen eigenen Kühlschrank in seinem Dreizimmerappartement zu haben. Andere Patienten sind weniger gut gesegnet und versuchen, den Balkon als Ersatz zu benutzen. Keine gute Idee. Das Ergebnis sind aufgepickte Joghurtbecher und verwüstete Essensverpackungen.
Ansonsten ist der Sommer in Damp ausgebrochen. Verblüffend, wie regional unterschiedlich das Temperaturempfinden der Menschen ist. Hier herrschen momentan ungefähr 22 Grad im Schatten. Dennoch verhalten sich die Personen aus der Nordregion Deutschlands, als lebten sie im Wüstenklima. Ein Wunder, dass überhaupt noch irgendwelche Textilien an den nicht immer ästhetischen Körpern kleben. Ein Mensch wie Patient F., der aus den wärmeren Gegenden der Republik stammt, würde die aktuellen Temperaturen als „mild“ bezeichnen.
Gut erholt lässt er die anderen schwitzen und erholt sich weiter am sonnigen Ostseestrand.

Mit diesem Schiff werden Fische gefangen. Auch die riechen tot nicht gut.

Mit diesem Schiff werden Fische gefangen. Auch die riechen tot nicht gut.

Zwei Möwen - hier in lebendem Zustand im schönen Damp

Zwei Möwen – hier in lebendem Zustand im schönen Damp

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Fluch der Moderne

Waren die Menschen früher glücklicher? Patient F. sinniert über das Thema, während er bei traumhaft schönem Wetter am opulenten Yachthafen entlang schlendert. Dort tummeln sich seit wenigen Tagen neben den leidenden Kurgästen auch zahlreiche Urlauber. Was dabei auffällt, dass es sich nur selten um fröhliche Menschen handelt, die hier auf ihren Booten wohnen, in den zahlreichen Cafés und Bistros sitzen oder einfach nur ziellos durch die Gegend wandern. Was bei den Patienten der Rehaklinik noch verständlich ist, bei Urlaubern irritiert die trübe Stimmung. Am Wetter kann es nicht gelegen haben, denn strahlender Sonnenschein und milde Temperaturen ließen meteorologisch keine Wünsche offen.
Besonders ältere Paare repräsentierten ein Bild des Jammers und der schlechten Laune. Und hier kommt die Vergangenheit und der Fluch der Moderne ins Spiel. Lucretia Borgia konnte unliebsame Zeitgenossen noch mittels einer kleinen Dosis Gift ins Jenseits befördern. Heute stellt die Wissenschaft alle Reste seltsamer Substanzen in toten Körpern fest. Schade, sonst gäbe es viel mehr Witwen. Denn gerade die ältlichen Damen trotten depressiv dreinblickend hinter ihren knorzigen Ehegatten her, während die wiederum aufmerksam die Bikinischönheiten am Strand taxieren. Ein anderer Typus ist die Familie mit Kleinkindern. Grundsätzlich schiebt ER wie in Trance den Kinderwagen, während SIE ununterbrochen auf ihn einredet. Ganz am Ende trottet verzweifelt ein etwas älteres Kind, das leider schon gelernt hat, wie man sich auf zwei Beinen fortbewegt.
Turbulenter geht es bei den Clans mit älterem, halbwüchsigem Nachwuchs. Dort wuseln um die sichtlich aggressiven Eltern eine laute Horde von Wesen, die zu allem fähig zu sein scheinen. Wahlweise mit Surfbrettern, Fahrrädern oder ähnlichem Zubehör ausgestattet. Wohin gehen all diese unglücklichen Menschen? Die älteren Paare biegen erwartungsgemäß ins Ostseehotel ab, wo man zu Schnäppchenpreisen wohnen kann, wenn man Glück hat. Die Familien hingegen bewegen sich in Richtung Ferienhäuser. Das sind gar putzige Gebäude, die seit 40 Jahren fast unverändert an ihrem Platz stehen. Schon Patient F. hatte einst im Jahr 1975 samt Eltern und kleiner Schwester dort zwei Wochen verbracht.
Wie auch immer, die Urlaubsindustrie in Damp ist eifrig bei der Arbeit. Am frühen Morgen, wenn Patient F. ab und an einen Strandspaziergang unternimmt, sieht man zahlreiche Lastkraftwagen, die flüssige und feste Nahrung in den einzelnen Gebäuden verteilen. Transportfahrzeuge mit Wäsche, Geschirr und anderen unbekannten Gegenständen laden ihre Güter ab, um das Urlauben und Kuren erst möglich zu machen.

Putzige Ferienhäuser in Damp

Putzige Ferienhäuser in Damp

Hier gibt es Dampfbratwurst und Fischbrötchen

Hier gibt es Dampfbratwurst und Fischbrötchen

Viel Spaß im Speisesaal

Jeden Tag macht Patient F. neue Erfahrungen. Besonders, was seine Mitpatienten anbelangt. Kürzlich in der Gesprächsgruppe schilderte eine verzweifelte Teilnehmerin, dass die drei anderen Damen an ihrem Tisch derart übermotiviert wären, dass es sie nervlich ans Ende bringt. Einziges Gesprächsthema während der frugalen Mahlzeiten ist der möglichst volle Therapieplan, der noch durch freiwillige Aktivitäten wie Bernsteinschleifen, Muschelmosaik oder Maltantenkurse aufgefüllt wird. Leider konnte die verzweifelte Therapiegruppendame irgendwann nicht mehr mithalten. Jetzt ist sie neidisch auf so viel Fleiß und Eifer und schweigt bei den Mahlzeiten beleidigt.
Patient F. hat mittlerweile auch neue Tischnachbarn, ein Herr und zwei Damen. Das männliche Mitglied der Zwangsgemeinschaft scheint in irgendeiner wie auch immer gearteten Beziehung zur Dame schräg gegenüber zu stehen. Ob es seine Lebensgefährtin ist? Andererseits sieht er nicht so aus, als könne er viel mit weiblichen Lebenspartnern anfangen. Wie auch immer, die beiden tauschen eifrig halbe Honigportionen aus und er ist stets bemüht, seine resolute Freundin durch serviles Verhalten friedlich zu halten. Was ihm sichtlich nur selten gelingt. Denn die grauhaarige Kurpatientin blickt stets kalt und schlecht gelaunt durch den Speisesaal.
Man sieht, nicht nur wegen der manchmal diskussionswürdigen Qualität der Nahrungsportionen machen Patient F. die Mahlzeiten in der Kur keinen wirklichen Spaß. Wen wundert es dass der geplagte Kurgast manche Essenszeit schwänzt und zum Selbstversorger wird?

Hier die rätselhafte Tafel im Speisesaal. Wenn die in  1000 Jahren von Archäologen gefunden wird...

Hier die rätselhafte Tafel im Speisesaal. Wenn die in 1000 Jahren von Archäologen gefunden wird…

Der Nachtisch in Damp. Zum Vergleich ein handelsübliches Feuerzeug

Der Nachtisch in Damp. Zum Vergleich ein handelsübliches Feuerzeug

Unter deutscher Flagge

Seit vielen Jahren ist Patient F. bekanntlich großer Fan von Schiffen. Kein Wunder also, dass er auch jede Gelegenheit nutzt, mit einem solchen Gefährt eine Reise anzutreten. Auch in Flensburg bietet sich die sogenannte Förde-Schifffahrt an. Man macht dabei eine Fahrt von rund zwei Stunden durch die schmale Bucht, die zur Ostsee führt. Auf der einen Seite Dänemark, auf der anderen Deutschland. Eine internationale Schiffstour sozusagen. An diesem Tag stand nur ein Schiff zur Auswahl, die MS Viking. Ein offensichtlich nicht mehr ganz neues Passagierschiff von überaus überschaubarer Größe. Aber ausgestattet mit den modernsten Navigations- und Rettungsmitteln, wie der Werbeprospekt verspricht. 36 Meter lang und knapp sieben Meter breit. Die Sensation: das Schiff hatte tatsächlich einen Rauchersalon zu bieten. Das heißt, ein abgeschlossener, beheizter Raum, in welchem Aschenbecher auf dem Tisch standen und in dem die Gäste fleißig dem Laster der Nikotinsucht frönten. Patient F. wusste gar nicht, dass so etwas noch erlaubt ist. Aber hier im Norden geht es in mancher Hinsicht liberaler zu als sonst in der Republik.

Trotzdem entschloss sich Patient F., auf dem oberen Deck Platz zu nehmen, das teilweise ganz im Freien lag, teilweise durch ein Sonnendach vor Regen geschützt war. Auch hier Aschenbecher auf den Tischen und eine nette junge Dame, die Kaffee und Kuchen an den Platz brachte. Was will man mehr? Pünktlich halb vier ging es los. Und noch herrschte beschauliche Ruhe auf dem Promenadendeck. Die war allerdings nur von kurzer Dauer. Zunächst stürmte eine Familie über die Treppe, Papa, Mama und drei Kinder im Alter von sieben bis 13. Selbige Kids natürlich mindestens so laut und nervig wie ihre Erzeuger. Nur der älteste schien aus der Art geraten zu sein. Der junge Mann tat mir leid, denn der jüngere Bruder sah nicht nur aus wie Michel aus Lönneberga, er benahm sich auch so. Die zehnjährige Schwester zudem zickig, wie das bei Damen im besagten Alter so üblich ist.

Damit nicht genug. Irgendwie hatte sich eine Grundschulklasse auf die MS Viking verirrt. Und die kam jetzt portionsweise aufs Freideck. Zunächst genordnet in Gruppen von sieben Jungen und Mädchen, dann wurde es immer unübersichtlicher. Patient F. würde sich nicht wundern, wenn am Ende ein oder zwei Personen des hoffnungsvollen Nachwuchses über Bord gegangen wären. Wer hätte es bemerken sollen?

Derart unterhaltsam ging es vorbei an den Ochseninseln. Zwei kleine Eilande vor der dänischen Küste, die früher als Viehweide dienten. Heute wohnen dauerhaft nur noch drei Personen hier. Sehr friedlich also und wenig Gedränge. Patient F. überlegte kurzzeitig, dorthin zu übersiedeln. Mangels passender Dialysestation wurde der Gedanke jedoch schnell wieder verworfen.

In Glücksburg, der nördlichsten Stadt Deutschlands, ging das stolze Schiff kurz vor Anker. Und trat dann ohne Schulklasse und Horrorfamilie den Rückweg an.

Unter deutscher Flagge rund um die dänischen Ochseninseln

Unter deutscher Flagge rund um die dänischen Ochseninseln

Auf der Suche nach Beate

Das schöne Städtchen Flensburg hat bekanntlich zweifelhafte Berühmtheit erlangt. Zum einen durch die Verkehrssünderkartei, zum anderen durch die Unternehmerin Beate U., die bereits in den 50er-Jahren die sexuelle Revolution ausrief und in ihrem Laden all die herrlichen Dinge anbot, welche die herrschende Moral verpönte. Kein Wunder also, dass sich Patient F. unbedingt in die Stadt der Sünder und der Sünde begeben wollte.

Wer sich Flensburg als eine Mischung zwischen seelenloser Verwaltungsstadt und permanentem Rotlichtviertel vorstellt, wird sicherlich enttäusch. Pittoresk bietet sich das Städtchen im äußersten Norden Deutschlands dar. Bürgerhäuser aus der Gründerzeit dominieren das Stadtbild um den historischen Hafen. Offensichtlich hat im letzten Weltkrieg keine Bombe den Weg hierher gefunden. Was noch verblüffte: Flensburg ist nicht flach wie man sich Norddeutschland vorstellt. Sondern durchaus mit eindrucksvollen Hügeln ausgestattet. So muss man eine deutliche Talfahrt unternehmen, bis der historische Hafen erreicht ist. Oder bis man zu den verführerischen Verkaufsläden der Stadt findet.

Patient F. war nicht zur Shoppingtour nach Flensburg gekommen, sondern um sich die maritimen Kostbarkeiten des Ostseehafens anzuschauen. Ein Marinemuseum zum Beispiel oder eine historische Werft, wo man sogenannte „Vater-und-Sohn-Tage“ anbietet, bei denen Junior und Senior gemeinsam alte Segelschiffe nachbauen dürfen. Das ist sicherlich ein großer Spaß und die Unfallkliniken der Region können automatisch ihren Reibach machen. Mit anschließender Reha, vielleicht sogar in Damp.

Wie auch immer, die Innenstadt zeigt eine bemerkenswerte Kneipendichte. Quasi in jedem Haus befindet sich eine gastronomische Lokalität, angefangen bei der rustikalen Bierkneipe bis hin zum exotischen Restaurant. Auffallend ist der Kleidungsstil der Flensburger Bürger. Besonders die Männer sehen aus, als sei ihre Garderobe direkt aus der Altkleidersammlung gefischt worden. Wahrscheinlich ist das jedoch nur der neueste Modetrend, den Patient F. mal wieder verpasst hat.

Hochinteressante Schiffe ankern am historischen Hafen. Beispielsweise die Alexandra, der einzige noch in Dienst befindliche Dampfer der deutschen Flotte. 115 Jahre ist der Stapellauf des sogenannten „Salondampfers“ her und dennoch ist er zu Recht der Stolz der Flensburger Wasserfreunde. Ein Dreimastsegler,  zur schwimmenden Kneipe ausgebaut, kann kostenlos besichtigt werden. Dazwischen Segler, Kleindampfer, ein Zoll- und ein Polizeiboot. Immerhin war Flensburg Anfang des 20. Jahrhunderts nach Hamburg und Bremen der drittgrößte Hafen im deutschen Reich.

Was auch an der großen Marineschule gelegen haben mag, die Kaiser Wilhelm II. dort ansiedelte. Das dazugehörige Gebäude ist ein exakter Nachbau der Ordensburg Marienburg in Ostpreußen. Noch heute werden dort die knackigen Matrosen zu Offizieren ausgebildet, damit sie später als Kapitän auf Piratenjagd gehen können. Oder mit dem U-Boot Atomraketen von A nach B zu transportieren. Aus dem ehemaligen Marinehafen hingegen ist ein Ferienparadies geworden. Bunte Häuser warten auf die Gäste und teure Segelboote ankern im Yachthafen.

Patient F. zog es nicht zur Marine, aber dennoch zur –See. Daher war eine Rundfahrt über die Flensburger Förde, wie der Meerzugang genannt wird, obligatorisch. Doch davon bald mehr.

Ach ja, Beate U. hat Patient F. vergeblich gesucht. Keine Spuren im Stadtbild von der geschäftstüchtigen Dame zu entdecken. Schade eigentlich.

 

Hinter dunklen Mauern sind die knackigen Matrosen eingesperrt.

 

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Kurfabrik

Alles wird in unserer Zeit effektiver. Auch der Kurbetrieb. Daher könnte man Damp auch als Kurfabrik bezeichnen. Zwei 15-stöckige Hochhäuser als Rehaklinik, ein etwas kleinerer Bau nebenan als Kurklinik. Alleine bis zu 800 Rehapatienten erholen sich gleichzeitig in den diversen Abteilungen. Unübersehbar die Kurgäste aus der Orthopädie. Die schleichen mehr oder weniger geschickt auf Krücken mit Leidensmine. Rollstuhlfahrer gibt es auch eine Menge, die allerdings dürften in erster Linie in die Neurologie gehören, denn dort hat man sich auf die Behandlung von Multiple-Sklerose-Patienten spezialisiert. Und all diejenigen, die fröhlich und scheinbar unbehindert die Kur genießen, gehören zur Abteilung Psychosomatik. Sie leiden unter akuter oder chronischer Narretei und hoffen, an der See Linderung ihres Geisteszustands zu bekommen. Patient F. gehört auch zu dieser Gruppe.

Wie auch immer, all diese Patienten irren durch die Flure der Hochhäuser. Und benutzen die Aufzüge. Die sind ein Kapitel für sich. Zum einen wegen der langen Wartezeiten, bis einer der drei segensreichen Einrichtungen im Haus Pamir endlich in der entsprechenden Etage Halt macht und man zum Zielort reisen kann. Gibt es in der TV-Serie Star Trek so genannte Turbolifts, sind die hierzulande das Gegenteil. Denn wegen der zahlreichen gebrechlichen Patienten dauert es lange, bis die Türen auf- und zugehen. Und es dauert lange, bis die 15 Stockwerke durchfahren sind. Steht man beispielsweise in Etage sieben und will nach unten, muss man in der Regel warten, bis einer der Aufzüge in die oberen Stockwerke gefahren ist und dann wieder nach unten reist. Umgekehrt genauso. Das ist daher problematisch, da Patient F. öfters in Etage eins und drei zu tun hat. Im Haus Passat gibt es doppelt so viele Lifts, dafür aber auch drei Mal so viele Patienten. Das Chaos ist unvorstellbar.

Abgesehen von den olfaktorischen Eindrücken, die man in einer vollen Aufzugkabine erhält. Im besten Fall ist es ein teures Parfum, weit eher jedoch ein billiges Deodorant. Oder noch schlimmer, natürliche Ausdünstungen der sporterprobten Kurgäste. Kein Wunder, dass die Stimmung bei den Fahrten ganz unterschiedlich ist. Von fröhlichem Scherzen bis hin zu feindseligem Schweigen ist alles möglich. Auf jeden Fall fühlt sich Patient F. immer wieder befreit, wenn er die technische Einrichtung verlassen hat.

Wo so große Häuser für die Kurgäste zur Verfügung stehen, darf das Therapiezentrum nicht nachstehen. Eine große Fläche wurde auf zwei Etagen bebaut und beinhaltet die unterschiedlichsten Einrichtungen. Schwimmbad, Fitnessstudio, Heilbäder, Gymnastikräume und Massagekabinen schlucken die Kurgäste wie ein hungriger Gesundheitswal. Um sie dann kurze Zeit später wieder auszuspucken und neuen Delinquenten Platz zu machen. Das Gesundheitszentrum steht auch interessierten Touristen gegen Entgelt zur Verfügung, die sich dadurch entweder ewige Gesundheit oder ein Leben jenseits der 100 versprechen.

Patient F. fühlt sich vom Treiben hier an einen Ameisenstaat erinnert. Alles rennt und wuselt scheinbar ziel- und sinnlos durch die Gegend. Am Ende hat aber doch alles einen Sinn. Irgendwie ist das beruhigen.

 

Haus Pamir – ein beeindruckendes Gebäude im Dienste der VolksgesundheitBild